Fachkompetenz
Businessplan für Sportvereine und -anlagen: DIESE FEHLER SOLLTEN SIE UNBEDINGT VERMEIDEN!

Ob Sie Fitness begeistert oder es eine attraktive Geschäftschance darstellt – Sie planen, Ihre eigene Sportanlage. zu eröffnen. Nun sind Sie beim entscheidenden Schritt angekommen: dem Geschäftsmodell. Der Businessplan hat mehrere Ziele:
Die Vertriebs- und Finanzstrategien Ihres Clubs festzulegen.
Die Machbarkeit Ihres Projekts nachzuweisen
Ihrem Unternehmen Glaubwürdigkeit zu verleihen
Banken/Investoren davon zu überzeugen, Ihnen ein Darlehen zu gewähren
« Der Erfolg Ihres Businessplans ist entscheidend »
Hier sind die Fehler, die Sie bei der Erstellung des Businessplans für Ihre Sportanlage: vermeiden sollten:
Das Team und den Ursprung des Projekts nicht vorstellen
Die Marktanalyse oberflächlich durchführen
Die Bedeutung von digitalem Marketing unterschätzen
Investitionen und Kosten zu niedrig ansetzen
Zusatzverkäufe vergessen
Fehler #1: Das Team und den Ursprung des Projekts nicht vorstellen
Bevor es um Zahlen geht, ist ein Unternehmen vor allem ein menschliches Vorhaben. Sie werden keine Mittel einwerben, wenn Sie Ihrem Projekt keinen Kontext geben.
Ihre Kapitalgeber möchten die Motivation hinter Ihrem Vorhaben verstehen. Sie wollen außerdem wissen, wer das Projekt führt und welches Team Sie begleitet.
In dieser Phase ist es wichtig, die Kompetenzen und Persönlichkeiten der Projektbeteiligten hervorzuheben. Denken Sie daran: Investoren (Banken, Fonds oder Privatpersonen) setzen nicht nur auf ein Projekt, sondern auch auf Menschen.
Fehler #2: Die Marktanalyse Ihrer Sportanlage vernachlässigen
Ihre Marktanalyse ist das Herzstück Ihres Businessplans. Ihr Hauptziel ist es, die kommerzielle Machbarkeit Ihrer Sportanlage. zu validieren.
Diese Analyse betrachtet den Markt, in dem Ihr Fitness- und Racketsport-Club agiert. Sammeln Sie belastbare Zahlen und befassen Sie sich mit der Dynamik des Sportmarkts in Frankreich.
Die richtigen Fragen, die Sie sich stellen sollten:
Ist das Umfeld für diese Aktivität günstig?
Listen Sie positive und negative Faktoren auf. Ziel ist eine objektive Marktkenntnis des Umfelds, in dem Sie tätig sein werden.
Zum Beispiel:
Politisch = Förderung des Sports durch öffentliche Stellen +
Wirtschaftlich = Sinkende Kaufkraft nach der COVID-19-Krise –
Sozial = Wellness- und Gesundheitstrend +
Technologisch = Home-Workout-Apps –
Ökologisch = Neue Nachhaltigkeitstrends in Sportanlagen
Rechtlich = Sicherheitsvorgaben in öffentlich zugänglichen Einrichtungen
Welche Faktoren sind für den Erfolg eines Unternehmens in einem spezifischen Markt unverzichtbar (kritische Erfolgsfaktoren)?
Hier sollten Sie analysieren, welche Erwartungen Konsumenten haben und wie sich Ihre Wettbewerber verhalten.
Erstellen Sie sehr zielgerichtete Marketingfragebögen, um Ihre potenziellen Mitglieder bis ins Detail zu kennen. Versuchen Sie in dieser Phase, möglichst viele relevante Informationen zu sammeln.
Fragen wie Alter, Geschlecht und Kaufkraft sind wichtig, aber nicht ausreichend. Verstehen Sie das Umfeld der Konsumenten, ihre Motivation und ihre Bedürfnisse.
Ebenso wichtig ist die Analyse Ihrer Wettbewerber. Ihre Strategie und Positionierung liefern Ihnen entscheidende Hinweise für die Ausrichtung Ihres Clubs.
Diese Arbeit hilft Ihnen, sich ein klares Bild zu machen von:
Dem Standort (Definition Ihres Einzugsgebiets)
Der Positionierung (Preis + Servicequalität)
Dem Geschäftsmodell und den Angeboten (Platz-/Session-Buchung, Abos…)
Achtung: Der Markt für Fitness- und Sportanlagen ist stark umkämpft. Am Ende dieser Analyse müssen Sie klar benennen können, welche Vorteile Sie gegenüber dem Wettbewerb haben. Das ist eine zwingende Voraussetzung für den erfolgreichen Start.
Beispielsweise möchten Sie Ihren Fitnessclub in Nizza 7 Tage die Woche von 6 bis 23 Uhr öffnen. Nach der Wettbewerbsanalyse stellen Sie fest, dass dieses Modell bereits von großen Low-Cost-Ketten angeboten wird – zu Preisen, die Sie nicht darstellen können. Diese niedrigen Preise sind unter anderem auf fehlende Trainer vor Ort zurückzuführen.
Ihre Kundenanalyse zeigt, dass ein großer Teil der Befragten persönliche Betreuung vor Ort wünscht. Daher entscheiden Sie sich, allen Mitgliedern Ihrer Sportanlage individuelles Coaching anzubieten. In Ihrem Einzugsgebiet sind Sie damit allein: Das ist ein klarer Wettbewerbsvorteil – nutzen Sie ihn!
Fehler #3: Die Bedeutung von digitalem Marketing für Ihre Sportanlage unterschätzen
Jetzt sehen Sie klarer: Die Marktfähigkeit Ihrer Sportanlage ist bestätigt. Nun müssen Sie Ihre Kundengewinnung planen.
Dieser Schritt ist zentral, weil er anschließend Ihren prognostizierten Umsatz bestimmt.
Hier definieren Sie die Kanäle, mit denen Sie:
Die Bekanntheit Ihrer Anlage steigern
Interesse an Ihren Leistungen wecken
Kaufbereitschaft erzeugen
Zum Abschluss führen
Kunden binden und zu Empfehlungsgebern machen
Jeder Stufe dieses Funnels ist ein bestimmtes Lead-Volumen zugeordnet. Beim Übergang von einer Stufe zur nächsten geht systematisch ein Teil der Leads verloren – daher der Begriff Trichtermodell.
Ihre Aufgabe ist es also, das erwartete Lead-Volumen pro Stufe festzulegen. Daraus leiten Sie am Ende das gesamte Verkaufsvolumen ab.
Multipliziert mit dem geschätzten Durchschnittsbon erhalten Sie eine erste Größenordnung des Umsatzes, den Ihre Fitnessanlage erzielen kann.
Zum Beispiel entscheiden Sie sich für eine Radiokampagne. Sie wählen den Sender und schätzen, dass 10.000 Personen den Spot hören.
Nach Recherche stellen Sie fest, dass nur 50% beim Hören echtes Interesse entwickeln, also 5.000 Leads.
Von diesen 5.000 Personen rufen 10% für Informationen an, also 500 eingehende Anrufe.
Bei einer Conversion-Rate von 15% kommen Sie schließlich auf 75 gewonnene Kunden.
(Dies ist ein Beispiel zur Veranschaulichung der Logik. Die Daten basieren nicht auf Recherchen. Diese müssen Sie daher selbst durchführen.)

Und was ist mit digitalem Marketing?
Klassische Offline-Kanäle wie Print, Radio und Außenwerbung verlieren seit Jahren an Wirkung.
Der Hauptgrund sind neue Kommunikationswege wie Websites, soziale Netzwerke und mobile Apps.
Diese Akquisekanäle müssen Teil Ihrer Strategie sein – sie sind essenziell!
Wir haben für Sie ein Spezialdossier zu den neuen Marketingtrends für Sportanlagen vorbereitet.
Beispielsweise kann eine SEO-Strategie (kostenloses organisches Ranking) für Ihre Website sehr wirkungsvoll sein, erfordert jedoch viel Zeit.
Umgekehrt bietet bezahlte Werbung auf Plattformen wie Facebook oder Instagram schnelle Sichtbarkeit, ist aber kostspielig und mit unsicherem ROI verbunden.
Außerdem ist Kundengewinnung wichtig – Kundenbindung noch wichtiger. Die Wiederanmelderate in Fitnessclubs liegt im Schnitt nur bei 20%. Digitale Tools können diese Quote jedoch deutlich steigern.
Ein gutes Beispiel ist eine dedizierte App für Ihre Sportanlage. Was früher teuer war, ist heute mit kosteneffizienten Lösungen in hervorragendem Design und mit starker Integration möglich.
Die Kunden von Doinsport, einem führenden Softwareanbieter für Sportanlagen, zeigen klare Ergebnisse. Kunden mit eigener App verzeichnen eine um 32% höhere Abo-Verlängerungsrate als Nutzer einer « Marketplace »-Lösung.
Es ist wichtig zu zeigen, dass Sie die Mechanismen des digitalen Marketings verstehen. Sie müssen in der Lage sein, die Anzahl der Mitglieder zu antizipieren, die Sie über die von Ihnen gewählten Kanäle für Ihre Fitnessanlage gewinnen.
Überschätzen Sie diese Zahlen vor allem nicht.
Fehler #4: Die durch Ihre Sportanlage entstehenden Kosten unterschätzen
Der häufigste Fehler bei Finanzierungsanfragen ist eine Planung mit unrealistisch niedrigen Kosten.
Lassen Sie uns klar sein:
! SIE WERDEN NICHT BEREITS IM ERSTEN JAHR PROFITABEL SEIN !
Daher müssen Sie die Kosten des Betriebs Ihrer Sportanlage vollständig und präzise erfassen.
Überschätzen Sie sie aber auch nicht, denn Banken beurteilen Sie nicht nach der Höhe der zugesagten Summe, sondern nach Ihrer Rückzahlungsfähigkeit.
Wenn Sie realistisch planen und Ausgaben zugleich als Investitionen betrachten, überzeugen Sie den Finanzpartner auf der anderen Seite des Tisches.
Zum Beispiel kann eine App für Sportanlagen für mehrere Tausend Euro zunächst wie eine überflüssige Ausgabe wirken.
Doch wenn sie 30% mehr Abo-Verlängerungen ermöglicht oder über Onlineshop und Cross-Selling 5 bis 10% Zusatzumsatz generiert, schaffen diese investierten Tausender echten Mehrwert. Und glauben Sie mir: Das überzeugt auch Ihre Bank 🙂
Umgekehrt verursachen Geräte mit einem doppelt so hohen Preis wie marktüblich unnötige Kosten. Solche Anschaffungen vernichten Wert…
Es ist entscheidend, dieses Prinzip bei der Erstellung Ihrer Gewinn- und Verlustplanung zu verstehen.
Fehler #5: Zusatzverkäufe vergessen
Damit kommen wir zum letzten Fehler: Zusatzverkäufe zu vergessen.
Ihre Mitglieder suchen mehr als nur Sport – sie suchen einen Lebensraum. Genau darüber können Sie sich von Franchise-Ketten differenzieren.
Große Ketten setzen auf Niedrigpreise und haben dabei unter anderem den persönlichen Kontakt stark reduziert.
Das vom Soziologen Ray Oldenberg entwickelte Konzept des « Dritten Ortes » hat Marken wie « Starbucks » oder « McDonald’s » groß gemacht – warum nicht auch Ihre?
Kurz gesagt: Ein Dritter Ort ist ein Raum, der weder Ihr Arbeitsplatz noch Ihr Zuhause ist.
Er ist sehr beliebt, weil er ein neutraler Ort für Entspannung und Erholung ist. Zugleich bietet er « nomadischen » Berufstätigen einen Platz zum Arbeiten und Konsumieren.
Man kann sich gut vorstellen, dass Mitarbeitende eines Unternehmens, die ihren Lebensstil gesünder gestalten möchten, in der Mittagspause trainieren und vor Ort essen.
Bar-/Gastroangebote und ein « Shop »-Service können bis zu 30% des Umsatzes Ihrer Sportanlage ausmachen. Diesen Hebel zu vernachlässigen bedeutet, auf eine äußerst wichtige Einnahmequelle zu verzichten.








